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<title>Großdeutsche Volkspartei</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Großdeutsche Volkspartei</span></h1>
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<p>Die <b>Großdeutsche Volkspartei</b> (abgekürzt <b>GDVP</b> oder <b>GdP</b>) war eine <a href="Politische_Partei" title="Politische Partei">politische Partei</a> in der <a href="Erste_Republik_(%C3%96sterreich)" class="mw-redirect" title="Erste Republik (Österreich)">Ersten Republik</a> <a href="%C3%96sterreich" title="Österreich">Österreich</a>. Die von 1920 bis 1934 bestehende Partei war <a href="Deutschnationalismus" title="Deutschnationalismus">deutschnational</a>, <a href="V%C3%B6lkische_Bewegung" title="Völkische Bewegung">völkisch</a>, <a href="Antimarxismus" class="mw-redirect" title="Antimarxismus">antimarxistisch</a> und <a href="Antisemitismus" title="Antisemitismus">antisemitisch</a> eingestellt. Sie strebte die <a href="Gesellschaftsordnung" title="Gesellschaftsordnung">Gesellschaftsordnung</a> einer <a href="Volksgemeinschaft" title="Volksgemeinschaft">Volksgemeinschaft</a> an und vertrat als zentrale politische Forderung den Anschluss Österreichs an Deutschland. Die Wählerschaft der <a href="Mittelschicht" title="Mittelschicht">mittelständischen</a> <a href="Honoratiorenpartei" title="Honoratiorenpartei">Honoratiorenpartei</a> stammte vorrangig aus dem <a href="Antiklerikalismus" title="Antiklerikalismus">antiklerikalen</a> Bürgertum der Ballungsräume, wo deutschnationale Vereine wichtige <a href="Sozialisation" title="Sozialisation">Sozialisationsinstanzen</a> bildeten. Von 1921 bis 1932 war die Großdeutsche Volkspartei als Koalitionspartner an den meisten Regierungen beteiligt und stellte drei <a href="Vizekanzler_(%C3%96sterreich)" title="Vizekanzler (Österreich)">Vizekanzler</a>. Anfang der 1930er Jahre verlor die Partei einen Großteil ihrer Basis an die <a href="Nationalsozialistische_Deutsche_Arbeiterpartei_%C3%96sterreichs_%E2%80%93_Hitlerbewegung" title="Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei Österreichs – Hitlerbewegung">österreichische NSDAP</a>, mit der sie sich 1933 verbündete.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Programmatik">Programmatik</h2></div>
<p>Auf ihrem Gründungsparteitag verabschiedete die Großdeutsche Volkspartei ein <a href="Parteiprogramm" title="Parteiprogramm">Parteiprogramm</a>, das bis zur Auflösung der Partei Geltung behielt und das nach dem Tagungsort <i>Salzburger Programm</i> genannt wurde. Im Zentrum dieses Grundsatzpapiers stand eine noch zu bildende <a href="Volksgemeinschaft" title="Volksgemeinschaft">Volksgemeinschaft</a> des „deutschen Volkes“. Da zur Verwirklichung der Volksgemeinschaft alle „Volksgenossen“ herangezogen werden müssen, war die wichtigste politische Forderung der Partei der Anschluss Österreichs an das <a href="Weimarer_Republik" title="Weimarer Republik">Deutsche Reich</a>. Die Partei wusste in dieser Frage bis zum <a href="Machtergreifung" title="Machtergreifung">Beginn der NS-Herrschaft in Deutschland</a> 1933 die Bevölkerungsmehrheit in Österreich hinter sich. Die in den als „Diktat“ bezeichneten Friedensverträgen von <a href="Vertrag_von_Saint-Germain" title="Vertrag von Saint-Germain">Saint-Germain</a> und von <a href="Friedensvertrag_von_Versailles" title="Friedensvertrag von Versailles">Versailles</a> festgelegten Fremdherrschaften über deutschsprachige Siedlungsgebiete der ehemaligen <a href="%C3%96sterreich-Ungarn" title="Österreich-Ungarn">Österreichisch-Ungarischen Monarchie</a> wurden abgelehnt.
</p><p>Der <a href="Liberalismus" title="Liberalismus">Liberalismus</a> wurde kritisiert, er würde durch einseitige Betonung der Rechte des Individuums gegenüber den Rechten der Gemeinschaft den Zusammenhalt der Volksgemeinschaft lockern. Dieser <a href="Individualismus" title="Individualismus">Individualismus</a> führe zum Konkurrenzkampf aller gegen alle und würde für den inneren Zusammenhalt des Volks notwendige Tugenden verkümmern lassen. Die <a href="Sozialdemokratie" title="Sozialdemokratie">Sozialdemokratie</a> sei nur scheinbar Gegner des Individualismus, tatsächlich gehöre ihre Vorstellung vom <a href="Klassenkampf" title="Klassenkampf">Klassenkampf</a> genauso wie das liberale Gegenstück des Konkurrenzkampfs zum individualistischen Ideenkreis. Hier würden Arbeiter rücksichtslos ihre individuellen Vorteile verfolgen, dort die Unternehmer. Dies bewirke eine Schwächung und Zersplitterung der „Volkskraft“ und lenke den Blick ab von den wahren Feinden des Volks. Die Partei lehnte daher <a href="St%C3%A4ndegesellschaft" title="Ständegesellschaft">Stände</a>- und <a href="Soziale_Klasse" title="Soziale Klasse">Klassenpolitik</a> ab und wollte stattdessen in der Volksgemeinschaft einen Ausgleich zwischen den persönlichen und den allgemeinen Interessen finden.
</p><p>Der Familie wurde eine zentrale Position in der Volksgemeinschaft zugeschrieben, weshalb der Staat günstige Rahmenbedingungen für Familien schaffen müsse. Frauen sollten sich in erster Linie in der Familie kulturell betätigen. Ein liberales Scheidungsrecht wurde abgelehnt. In der Kulturpolitik habe der Staat die nationale Grundlage für Kultur zu schaffen. Dabei sei <a href="Materialismus" title="Materialismus">Materialismus</a> und <a href="Klerikalismus" title="Klerikalismus">Klerikalismus</a> als zum <a href="Internationalismus" title="Internationalismus">Internationalismus</a> führend abzulehnen. Die <a href="Christlichsoziale_Partei_(%C3%96sterreich)" title="Christlichsoziale Partei (Österreich)">Christlichsoziale Partei</a> mit ihrem „römischen Internationalismus“ und die <a href="Sozialdemokratische_Partei_%C3%96sterreichs#SDAP" title="Sozialdemokratische Partei Österreichs">Sozialdemokratische Arbeiterpartei</a> mit ihrem „Moskauer Internationalismus“ wurden als vom Ausland gesteuert dargestellt.<sup id="cite_ref-Kloesch91_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-Kloesch91-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Religion selbst wurde aber als Kulturbestandteil anerkannt.
</p><p>In der Bildungspolitik wurde eine Vereinheitlichung des Schulwesens bis zum 14. Lebensjahr angestrebt, um das allgemeine Bildungsniveau zu heben. Generell sollten alle Lehrkräfte eine Hochschulbildung erhalten. Wirtschaftlich sollte die Volksgemeinschaft zu einer „Arbeitsgemeinschaft“ führen, bei der die unterschiedlichen wirtschaftlichen Interessen durch berufsständische Vertretungskörper auf Basis der bereits bestehenden Kammerorganisationen ausgeglichen werden sollten. Der Staat sollte dabei günstige Rahmenbedingungen für eine am <a href="Gemeinwohl" title="Gemeinwohl">Gemeinwohl</a> orientierte Wirtschaftsentwicklung schaffen. Das in der <a href="Volkswirtschaft" title="Volkswirtschaft">Volkswirtschaft</a> gebildete Kapital sollte nicht der Profitmaximierung von Banken dienen, sondern den volkswirtschaftlichen Erfordernissen zugutekommen. Eine „Überfremdung durch ausländisches Kapital“ gelte es abzuwehren und eine „möglichst innige Verbindung mit der reichsdeutschen Industrie“ sei anzustreben. Das <a href="Finanzkapital" title="Finanzkapital">Finanzkapital</a> wurde als Feind des werktätigen Volkes angesehen. In der Praxis wurden diese antiliberalen und antikapitalistischen Ansagen nicht sehr konsequent verfolgt, war doch die Industrie einer der Hauptgeldgeber der Partei. So wurde etwa der Kapitalzins theoretisch als ungerecht, weil unverdient, abgelehnt, aber als offenbar wirtschaftlich notwendig akzeptiert.
</p><p>Da 1920 noch eine Vereinigung mit der <a href="Landbund_(%C3%96sterreich)#Vorgeschichte" title="Landbund (Österreich)">deutschnationalen Bauernpartei</a> erhofft wurde, enthielt das Parteiprogramm ein ausführliches Kapitel zur Agrarpolitik, in der die Errichtung einer <a href="Grundverkehrsgesetz_(%C3%96sterreich)" title="Grundverkehrsgesetz (Österreich)">Grundverkehrskommission</a> zur Schaffung und Erhaltung lebensfähiger Landwirtschaftsbetriebe gefordert wurde, eine Änderung des Erbrechts hin zum <a href="Anerbenrecht" title="Anerbenrecht">Anerbenrecht</a>, die Schaffung von landwirtschaftlichen Genossenschaften und die Versorgung dieser mit günstigen Krediten durch regionale Sparkassen.
</p><p>Die GDVP war jene Partei der Ersten Republik, die sich in ihrem Parteiprogramm am ausführlichsten <a href="Antisemitismus" title="Antisemitismus">antisemitischen</a> Ressentiments und Stereotypen hingab. So wurde das <a href="Judentum" title="Judentum">Judentum</a> als die Volksgemeinschaft zersetzender Fremdkörper dargestellt, deren schädlicher Einfluss abgewehrt werden müsse. Die Weltanschauung des Individualismus und seine Ausformungen Liberalismus und Sozialismus wurden als Schöpfung eines Judentums betrachtet, das nur nach persönlichem Vorteil strebe und dem nicht an den Bedürfnissen der Allgemeinheit gelegen sei. Diese angeblichen Charaktereigenschaften wurden als „jüdische Rasseneigentümlichkeiten“ postuliert, es wurde offen ein <a href="Geschichte_des_Antisemitismus_bis_1945" title="Geschichte des Antisemitismus bis 1945">Rassenantisemitismus</a> vertreten. In entmenschlichenden <a href="Tiermetapher" class="mw-redirect" title="Tiermetapher">Tiermetaphern</a> wurden Juden als „Parasit[en] am Wirtschaftskörper“ des „Wirtsvolkes“ bezeichnet, die seit dem <a href="Erster_Weltkrieg" title="Erster Weltkrieg">Ersten Weltkrieg</a> das Wirtschafts- und Kulturleben Österreichs beherrschten. Die angestrebte Volksgemeinschaft könne daher nur gegen das Judentum erfolgen. Die GDVP war die einzige im Nationalrat vertretene Partei, die in ihren Satzungen einen <a href="Arierparagraphen" class="mw-redirect" title="Arierparagraphen">Arierparagraphen</a> führte.<sup id="cite_ref-Kloesch91_1-1" class="reference"><a href="#cite_note-Kloesch91-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Als Parteifarben führte die Großdeutsche Volkspartei die Bundesfarben <a href="Schwarz-Rot-Gold" title="Schwarz-Rot-Gold">Schwarz-Rot-Gold</a>, die auf die <a href="Deutsche_Revolution_1848/49" class="mw-redirect" title="Deutsche Revolution 1848/49">deutsche Revolution von 1848</a> zurückgehen.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Vorgeschichte_und_Gründung"><span id="Vorgeschichte_und_Gr.C3.BCndung"></span>Vorgeschichte und Gründung</h3></div>
<p>Bereits in den letzten Jahren der <a href="Habsburgermonarchie" title="Habsburgermonarchie">Habsburgermonarchie</a> war die kulturelle Hegemonie der <a href="Deutschnationale_Bewegung" title="Deutschnationale Bewegung">Deutschnationalen Bewegung</a> durch sich festigende katholizistische Vereine und den Aufstieg der Christlichsozialen Partei (CSP) ins Wanken geraten. Der Deutschnationalismus war im Vereinswesen verankert, das als Bündel autonomer Interessenvereinigungen, Standesgruppen und ideologischen Richtungen keine Erfassung in eine übergreifende parteipolitische Organisation erfuhr. Dadurch brachte das deutschnationale <a href="Lagertheorie_(Politik)" title="Lagertheorie (Politik)">Lager</a> nie eine gefestigte Massenpartei hervor, wie das dem <a href="Politischer_Katholizismus" title="Politischer Katholizismus">politischen Katholizismus</a> mit der CSP und der <a href="Sozialdemokratie" title="Sozialdemokratie">Sozialdemokratie</a> mit der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) gelang. Gründe dafür lagen auch an den Konfliktfeldern Kapital/Arbeit und Stadt/Land, wodurch sich innerhalb des deutschnationalen Lagers drei unterschiedliche Milieus herausbildeten, aus denen eine eigenständige <a href="Deutsche_Arbeiterpartei_(%C3%96sterreich-Ungarn)" title="Deutsche Arbeiterpartei (Österreich-Ungarn)">Deutsche Arbeiterpartei</a> und eine eigene <a href="Deutsche_Agrarpartei" title="Deutsche Agrarpartei">Deutsche Agrarpartei</a> hervorgingen. Daneben existierten mehrere weitere deutschnationale Parteien, denen es trotz wiederholter Versuche nicht gelang, eine gemeinsame Einheitspartei zu formen.
</p><p>Insgesamt bildeten die Vertreter des Deutschnationalismus zum Ende der Habsburgerherrschaft jedoch das stärkste Lager unter den deutschsprachigen Abgeordneten des Reichstages, die am 21. Oktober 1918 die <a href="Provisorische_Nationalversammlung_f%C3%BCr_Deutsch%C3%B6sterreich" title="Provisorische Nationalversammlung für Deutschösterreich">Provisorische Nationalversammlung für Deutschösterreich</a> konstituierten. Mit <a href="Franz_Dinghofer" title="Franz Dinghofer">Franz Dinghofer</a> stellten sie den <a href="Pr%C3%A4sident_des_Nationalrates" title="Präsident des Nationalrates">Ersten Präsidenten der Nationalversammlung</a> und hatten auch die Mehrheit im <a href="Staatsrat_(%C3%96sterreich)#Deutschösterreich_1918/19" title="Staatsrat (Österreich)">Staatsrat</a>. Durch den Wegfall der deutschsprachigen Gebiete in den <a href="L%C3%A4nder_der_b%C3%B6hmischen_Krone" class="mw-redirect" title="Länder der böhmischen Krone">Ländern der böhmischen Krone</a> verloren die Deutschnationalen allerdings ihre Hochburgen, was sich in einer deutlich geringeren Mandatszahl nach der Wahl zur <a href="Konstituierende_Nationalversammlung" title="Konstituierende Nationalversammlung">Konstituierenden Nationalversammlung</a> im Februar 1919 niederschlug: Die Wählerschaft des vormals stärksten Verbands im Reichsrat wurde in der jungen Republik hinter jenen von CSP und SDAP zum <a href="Drittes_Lager" title="Drittes Lager">Dritten Lager</a> degradiert. Um ein Absinken in die Bedeutungslosigkeit zu verhindern, war eine Einigung des zersplitterten Lagers notwendig. Dinghofer, nunmehr Dritter Präsident der Nationalversammlung, initiierte eine parlamentarische Arbeitsgemeinschaft von mehreren Gruppierungen und Mandataren ohne direkte Parteizugehörigkeit. Dieser „Großdeutsche Vereinigung“ genannte Zusammenschluss wurde zur Keimzelle der GDVP. In einem ersten Schritt vereinigten sich am 19. Oktober 1919 der <i>Deutschnationale Verein für Österreich</i>, der <i>Alldeutsche Verein für die Ostmark</i> von <a href="Josef_Ursin_(Politiker%2C_1863)" title="Josef Ursin (Politiker, 1863)">Josef Ursin</a> und der <i>Deutsche Volksbund</i> von <a href="Leopold_Waber" title="Leopold Waber">Leopold Waber</a> zur <i>Deutschen Nationalpartei</i>. Am 7. und 8. August 1920 traten ihr auch die <i>Nationaldemokratische Partei</i> von <a href="August_von_Wotawa" title="August von Wotawa">August Wotawa</a>, <a href="Hermann_Kandl" title="Hermann Kandl">Hermann Kandl</a> und <a href="Felix_Frank" title="Felix Frank">Felix Frank</a> sowie zahlreiche Regionalparteien bei. Am 8. August 1920 wurde auch die Reichsparteileitung der Großdeutschen Volkspartei konstituiert.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auf einem Parteitag von 5. bis 7. September 1920 erfolgte die offizielle Gründung der Großdeutschen Volkspartei, in der nun 17 deutschnationale Gruppierungen vereint waren.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Die_Partei_in_der_Regierung">Die Partei in der Regierung</h3></div>
<p>Die Großdeutsche Volkspartei umfasste vor der <a href="Nationalratswahl_in_%C3%96sterreich_1920" title="Nationalratswahl in Österreich 1920">Nationalratswahl am 17. Oktober 1920</a> einen Gutteil der <a href="Deutschnationale_Bewegung" title="Deutschnationale Bewegung">Deutschnationalen Bewegung</a>. Für eine vollständige Einigung des deutschnationalen Lagers wäre noch der Beitritt der <i>Deutschösterreichischen Bauernpartei</i> sowie der <i><a href="Deutsche_Nationalsozialistische_Arbeiterpartei_(%C3%96sterreich)" title="Deutsche Nationalsozialistische Arbeiterpartei (Österreich)">Nationalsozialistischen Arbeiterpartei</a></i> erforderlich gewesen, was jedoch nicht glückte. Bei der Wahl wurden 20 Mandate errungen. Einem Regierungsbeitritt verweigerte sich die Partei, aber sie unterstützte die am 20. November 1920 gebildete <a href="Bundesregierung_Mayr_II" title="Bundesregierung Mayr II">Minderheitsregierung Mayr II</a> der Christlichsozialen, da diese dem großdeutschen Wunsch nach einer „Regierung der Experten“ entgegenkam, und acht parteilose Beamte in das Kabinett aufnahmen. Noch vor der Wahl hatte die Konstituierende Nationalversammlung am 1. Oktober 1920 einstimmig eine Entschließung verabschiedet, in der die Bundesregierung aufgefordert wurde, binnen sechs Monaten eine Volksabstimmung über den Anschluss Österreichs an Deutschland durchzuführen. Die Regierung Mayr II kam dem aus Rücksicht auf die außenpolitische Situation und die Notwendigkeit von Auslandskrediten nicht nach, weshalb die Landtage von <a href="Tirol" title="Tirol">Tirol</a> und <a href="Land_Salzburg" title="Land Salzburg">Salzburg</a> – nach eifriger Agitation der regionalen GDVP-Anhänger – die Durchführung eigener Volksabstimmungen beschlossen. Bundeskanzler <a href="Michael_Mayr" title="Michael Mayr">Michael Mayr</a> beschwor die christlichsozialen und großdeutschen Abgeordneten, von der geplanten Abstimmung Abstand zu nehmen, um nicht die laufenden Kreditverhandlungen zu gefährden. Nachdem er damit keinen Erfolg hatte und auch in der <a href="Steiermark" title="Steiermark">Steiermark</a> eine Abstimmung angesetzt worden war, trat er am 1. Juni 1921 zurück.
</p><p>CSP und GDVP einigten sich auf die Fortführung der Regierungsgeschäfte durch ein <a href="Parteilose_Regierung" title="Parteilose Regierung">Beamtenkabinett</a>, in dem die beiden Partei mit je einem Repräsentanten vertreten sein sollten. In dieser <a href="Bundesregierung_Schober_I" title="Bundesregierung Schober I">Regierung Schober I</a> wurde daher der Großdeutsche <a href="Leopold_Waber" title="Leopold Waber">Leopold Waber</a> Innenminister. Die Großdeutschen entrüsteten sich jedoch über den <a href="Volksabstimmung_in_%C3%96denburg#Venediger_Protokolle" class="mw-redirect" title="Volksabstimmung in Ödenburg">Vertrag von Venedig</a> im Oktober 1921, der eine <a href="Volksabstimmung_in_%C3%96denburg" class="mw-redirect" title="Volksabstimmung in Ödenburg">Volksabstimmung in Ödenburg</a> vorsah, in deren Folge <a href="Sopron" title="Sopron">Ödenburg</a> bei <a href="Ungarn" title="Ungarn">Ungarn</a> verblieb. Erneut warfen sie Bundeskanzler <a href="Johann_Schober" title="Johann Schober">Johann Schober</a> Verrat an den Interessen der deutschsprachigen Bevölkerung vor, nachdem er im Dezember 1921 den <a href="Vertrag_von_Lana" title="Vertrag von Lana">Vertrag von Lana</a> abgeschlossen hatte. Bei der parlamentarischen Behandlung des Vertrags von Lana im Jänner 1922 versagte die Partei Schober die Unterstützung und Waber trat als Innenminister zurück. Zwar wurde der Vertrag im Parlament mit den Stimmen der CSP und SDAP verabschiedet, doch Schober demissionierte angesichts der Widerstände bei den Großdeutschen, um sie zum Wiedereintritt in eine neue Regierung unter seiner Leitung zu bewegen. Die GDVP verblieb jedoch in der Opposition, zu groß war die Ablehnung Schobers in der Parteibasis. Während der <a href="Bundesregierung_Schober_II" title="Bundesregierung Schober II">zweiten Regierung Schober</a> wurden intensive Kontakte zu den Christlichsozialen gepflegt, um einen Sturz Schobers zu betreiben und anschließend eine gemeinsame Regierung zu bilden. Die CSP wollte jedoch vorerst nicht auf Schober verzichten, weil die <a href="Triple_Entente" title="Triple Entente">Entente</a> die Gewährung von Krediten mit dem Verbleib Schobers in der Regierung junktimiert habe.
</p><p>Im Mai 1922 kam es nach steigendem Druck auch von Seiten der Sozialdemokraten doch zum Regierungswechsel. <a href="Ignaz_Seipel" title="Ignaz Seipel">Ignaz Seipel</a>, der Obmann der CSP, einigte sich mit der GDVP auf ein Arbeitsprogramm und auf einem Parteitag in Graz stimmte eine große Mehrheit für den Eintritt in eine von Seipel geführte Koalitionsregierung. In dieser <a href="Bundesregierung_Seipel_I" title="Bundesregierung Seipel I">Regierung Seipel I</a> stellten die Großdeutschen mit <a href="Felix_Frank" title="Felix Frank">Felix Frank</a> erstmals den Vizekanzler. Obwohl Seipel den Großdeutschen bei der Anschlusspropaganda weitgehende Freiheiten ließ, musste die Parteileitung im Oktober 1922 das <a href="Anschlussverbot" title="Anschlussverbot">Anschlussverbot</a> als Bedingung der <a href="Genfer_Protokolle" title="Genfer Protokolle">Genfer Protokolle</a> akzeptieren, um die dringend benötigt Anleihe zu erhalten. Im Falle einer Ablehnung ging Parteiobmann <a href="Hermann_Kandl" title="Hermann Kandl">Hermann Kandl</a> von der Bildung einer <a href="Gro%C3%9Fe_Koalition" title="Große Koalition">Großen Koalition</a> aus, in der CSP und SDAP gemeinsam den Genfer Protokollen zustimmen würden. Bei gleichem Endergebnis würde die GDVP dann jedoch im politischen Abseits stehen, somit sei es besser, die Sache unter eigener Mitarbeit und Kontrolle durchzuführen und den Einfluss in der Regierung zu erhalten. Eine weitere Bedingung der Protokolle war der Abbau von etwa 100.000 Beamten, was speziell die Klientel der Großdeutschen traf. Die Folge war eine Wahlniederlage bei der <a href="Nationalratswahl_in_%C3%96sterreich_1923" title="Nationalratswahl in Österreich 1923">Nationalratswahl 1923</a> bei der sich der Mandatsstand der Partei halbierte. Obwohl Seipel der GDVP eine Fortsetzung der Koalition mit gleichbleibendem Stärkeverhältnis ermöglichte, kam es zu innerparteilichen Spannungen und Parteiobmann Kandl bot seinen Rücktritt an. In <a href="Wien" title="Wien">Wien</a> spaltete sich der <i>Verein der Deutschnationalen</i> unter <a href="Karl_Hermann_Wolf" title="Karl Hermann Wolf">Karl Hermann Wolf</a> ab und gründete vorübergehend seine eigene <i>Deutschnationale Volkspartei</i>, bevor man sich nach etwa einem Jahr wieder der GDVP anschloss.
</p><p>Nach dem Rücktritt Seipels 1924 entschied sich die Parteileitung mit knapper Mehrheit zur Fortführung der Koalition unter dem christlichsozialen Bundeskanzler <a href="Rudolf_Ramek" title="Rudolf Ramek">Rudolf Ramek</a> mit Leopold Waber als Vizekanzler. Während dieser Zeit kam es zu einigen Bankenskandalen, in die Christlichsoziale und in geringerem Maße Großdeutsche verwickelt waren. Als die Beamten 1926 maßlose Gehaltsforderungen stellten und sie dabei von der GDVP unterstützt wurden, sah sich Ramek am 15. Oktober 1926 zum Rücktritt gezwungen.
</p><p>In der GDVP standen sich erneut Vertreter eines Regierungskurses mit Fürsprechern der Oppositionsrolle gegenüber. Einige Landesorganisationen fürchteten, bei einem Verbleib in der Koalition würden die Belastungen durch die christlichsozialen Finanzskandale auf die eigene Partei durchschlagen. Zudem böten sich in der Opposition bessere Profilierungsmöglichkeiten. Parteiobmann Wotawa argumentierte, Seipel könne die korrupten Elemente in der CSP entfernen und unter seiner Kanzlerschaft eine bessere Koalitionsregierung gewährleisten. Die Wiener Landesorganisation, die im <a href="Rotes_Wien" title="Rotes Wien">Roten Wien</a> gemeinsam mit den Christlichsozialen in der Opposition saß, forderte, einen gemeinsamen <a href="Antimarxismus" class="mw-redirect" title="Antimarxismus">antimarxistischen</a> Block zu bilden, um die Ausbreitung der Wiener politischen Verhältnisse auf den Bund zu verhindern. Ähnlich argumentierte der <i>Deutschnationale Verein</i> <a href="Walter_Riehl" title="Walter Riehl">Walter Riehls</a>, der sich in Wahlgemeinschaft mit der GDVP befand. Nach intensiven Diskussionen setzten sich die Vertreter der Aufrechterhaltung eines <a href="B%C3%BCrgerblock" title="Bürgerblock">Bürgerblocks</a> durch, es kam zum Eintritt in eine neue Bundesregierung unter Bundeskanzler Seipel. Dieser löste die Thematik der Beamtengehälter im November 1926 mit einem wirkungsvollen Appell an die staatspolitische Verantwortung der Großdeutschen Volkspartei, den Ausgleich über alle Teile der Bevölkerung zu suchen und nicht das Budget des Staates im Interesse eines einzelnen Standes zu belasten.
</p><p>Mit der bösen Erinnerung an die Wahlniederlage von 1923 im Hinterkopf begrüßte die GDVP die Bildung eines Wahlbündnisses mit der CSP und kleineren antimarxistischen Gruppierungen für die <a href="Nationalratswahl_in_%C3%96sterreich_1927" title="Nationalratswahl in Österreich 1927">Nationalratswahl am 24. April 1927</a>. Diese <i><a href="Einheitsliste_(%C3%96sterreich)" title="Einheitsliste (Österreich)">Einheitsliste</a></i> garantierte das parlamentarische Überleben der Partei, durch den Eintritt des <a href="Landbund_(%C3%96sterreich)" title="Landbund (Österreich)">Landbundes</a> in die Regierung verringerte sich jedoch ihr Einfluss. Trotz des gemeinsamen ideologischen Hintergrundes ergaben sich regierungsinterne Spannungen: Während sich die Großdeutschen als <i>Staatspartei</i> begriffen, sah sich der Landbund vor allem als agrarische <a href="Interessenpartei" title="Interessenpartei">Interessenpartei</a>. Um für kommende Wahlen auf eine breitere Wählerbasis zurückgreifen zu können, wurde die Bildung einer nationalen Einheitsfront angedacht und 1928 mit der <a href="Deutsche_Nationalsozialistische_Arbeiterpartei_(%C3%96sterreich)#Krise_und_Spaltungen" title="Deutsche Nationalsozialistische Arbeiterpartei (Österreich)">nationalsozialistischen Schulz-Gruppe</a> ein Abkommen zur künftigen gemeinsamen Kandidatur bei Wahrung der jeweiligen parteilichen Selbständigkeit vereinbart.
</p><p>In Teilen der Partei herrschte Unmut über gewisse Positionen des großdeutschen Spitzenpolitikers Franz Dinghofer, der am 20. Oktober 1926 Waber als Vizekanzler abgelöst hatte und seit 31. August 1927 Justizminister war. So kritisierten einige Parteimitglieder Dinghofers unbedingtes Festhalten an der Koalition und warfen ihm seine Haltung zur Schuldfrage der <a href="Schattendorfer_Urteil#30._Jänner_1927" title="Schattendorfer Urteil">tödlichen Schießerei in Schattendorf</a> vor, wo er sich gegen die <a href="Frontk%C3%A4mpfervereinigung_Deutsch-%C3%96sterreichs" title="Frontkämpfervereinigung Deutsch-Österreichs">Frontkämpfer</a> und somit gegen die Parteilinie ausgesprochen hatte. Im Sommer 1928 zwang ihn der großdeutsche Abgeordnetenklub im Zuge der <a href="Aff%C3%A4re_B%C3%A9la_Kun" title="Affäre Béla Kun">Affäre Béla Kun</a> zur Demission.
</p><p>Auch in der Beziehung zum christlichsozialen Koalitionspartner entstanden zunehmend Spannungen. Man fühlte sich in der Frage der Wahl von <a href="Wilhelm_Miklas" title="Wilhelm Miklas">Wilhelm Miklas</a> zum <a href="Bundespr%C3%A4sident_(%C3%96sterreich)" title="Bundespräsident (Österreich)">Bundespräsidenten</a> übergangen, ebenso bei der für die eigene Wählerschaft bedeutenden Frage der Beamtenbesoldung. Dazu war ein wachsender christlichsozialer Einfluss im staatlichen Verwaltungsapparat zu beobachten. Der Ruf nach Auflösung der Koalition wurde vor allem in den Landesorganisationen zunehmend lauter. Dagegen setzte sich der Parlamentsklub durch und nach dem Rücktritt Seipels wurde die <a href="Bundesregierung_Streeruwitz" title="Bundesregierung Streeruwitz">Bundesregierung Streeruwitz</a> mit großdeutscher Beteiligung gebildet. Bundeskanzler <a href="Ernst_Streeruwitz" title="Ernst Streeruwitz">Ernst Streeruwitz</a> musste bereits im September 1929 aufgrund von heftigen Widerständen der <a href="Heimwehr" title="Heimwehr">Heimwehren</a> und des Landbundes zurücktreten. Als Nachfolger unterstützen die Großdeutschen wieder Schober, der mittlerweile nicht mehr als Feindbild angesehen wurde und den die Partei schon 1928 als Präsidentschaftskandidaten gegen Miklas ins Spiel gebracht hatte. Zudem bot ein parteiloser Bundeskanzler die Möglichkeit, sich etwas aus der Umklammerung der Christlichsozialen zu lösen. Da auch der Landbund und der rechte Flügel der Christlichsozialen für Schober plädierten, und da auch Schober selbst hinter den Kulissen maßgeblichen Gruppen im Falle einer Wahl Zugeständnisse versprochen hatte, wurde noch im September 1929 die <a href="Bundesregierung_Schober_III" title="Bundesregierung Schober III">Bundesregierung Schober III</a> gebildet. Die zahlreichen Versprechungen ließen sich jedoch nicht einhalten, speziell die Heimwehren fühlten sich von Schober hintergangen und erklärten im Mai 1930 mit dem <a href="Korneuburger_Eid" title="Korneuburger Eid">Korneuburger Eid</a> ihre Ablehnung von Parlamentarismus und Parteienstaat. Unter den Großdeutschen, die in manchen Regionen großen Einfluss auf die Heimwehren ausübten, entstand die Befürchtung einer eigenen Heimwehr-Partei als politische Konkurrenz von rechts. Daher forderte <a href="Hans_Sch%C3%BCrff" title="Hans Schürff">Hans Schürff</a> eine Erklärung der Partei, dass sie weiterhin Förderer und Kampfgenosse der Heimwehr bleibe.
</p><p>Im September 1930 stürzten die Christlichsozialen die Regierung Schober, da sie die Entstehung eines breiten deutschnationalen Bündnisses mit GDVP, Landbund, Nationalsozialisten und Teilen der Heimwehr unter der Führung Schobers befürchteten, das bei der turnusmäßigen Nationalratswahl 1932 zu Verlusten der CSP führen würde. Die darauf folgende <a href="Bundesregierung_Vaugoin" title="Bundesregierung Vaugoin">CSP-Minderheitsregierung Vaugoin</a> beschloss <a href="Nationalratswahl_in_%C3%96sterreich_1930" title="Nationalratswahl in Österreich 1930">vorgezogene Neuwahlen am 9. November 1930</a>. Zur Wahl trat die Heimwehr tatsächlich mit dem <a href="Heimatblock" title="Heimatblock">Heimatblock</a> als eigener Partei an. Die Großdeutschen, der Landbund und kleinere antimarxistische Gruppierungen traten gemeinsam unter der Führung von Schober im Wahlbündnis <a href="Nationaler_Wirtschaftsblock_und_Landbund" title="Nationaler Wirtschaftsblock und Landbund">Nationaler Wirtschaftsblock und Landbund</a> an und erreichten 19 Mandate. Von diesen fielen zehn an die Großdeutschen, die jedoch eines davon dem offiziell parteilosen Johann Schober überlassen mussten sowie eines dem Vizepräsidenten der Wiener Handelskammer <a href="Josef_Vinzl" title="Josef Vinzl">Josef Vinzl</a>, der maßgeblich zur Bildung des Nationalen Wirtschaftsblocks beigetragen hatte. Unter der Leitung Schobers traten die Großdeutschen in die <a href="Bundesregierung_Ender" title="Bundesregierung Ender">Bundesregierung Ender</a> ein. Schober war überzeugt davon, dass die <a href="Lebensf%C3%A4higkeitsdebatte_%C3%96sterreichs_nach_1918" title="Lebensfähigkeitsdebatte Österreichs nach 1918">Überlebensfähigkeit Österreichs</a> von der Einbindung in einen größeren Wirtschaftsraum abhängig war. Durch die beginnende <a href="Weltwirtschaftskrise" title="Weltwirtschaftskrise">Weltwirtschaftskrise</a> in dieser Ansicht bestärkt, wollte er eine engere wirtschaftliche Kooperation mit Deutschland eingehen, und damit den noch nicht zugelassenen staatlich-administrativen Anschluss vorbereiten. Das Scheitern dieser <a href="Deutsch-%C3%B6sterreichische_Zollunion" title="Deutsch-österreichische Zollunion">deutsch-österreichischen Zollunion</a> verursachte in der Koalition bald Turbulenzen. Beim Zusammenbruch der <a href="Creditanstalt-Bankverein" title="Creditanstalt-Bankverein">Credit-Anstalt</a> und der Frage ihrer Sanierung traten die innerkoalitionären Gegensätze offen zutage. Aufgrund übernommener Staatshaftungen musste die Regierung massive Einsparungen vornehmen, die besonders die Beamten als Kernwählerschicht der GDVP trafen. Die Versuche der Partei, zugunsten der Beamten einen höheren Beitrag von Industrie, Landwirtschaft sowie Landes- und Gemeindebediensteten zu erwirken, scheiterten. Nachdem der Ministerrat bei einer krankheitsbedingten Abwesenheit von GDVP-Justizminister Schürff eine Besoldungssteuer für Bundesbeamte verabschiedete, fühlte man sich brüskiert und beschloss, Schürff aus der Regierung abzuziehen. Die Regierung Ender zerbrach schließlich im Juni 1931 an der Weigerung des Landbunds, den Bundeshaftungen für die Credit-Anstalt zuzustimmen. In der nächsten Regierung (<a href="Bundesregierung_Buresch_I" title="Bundesregierung Buresch I">Buresch I</a>) stimmten die Großdeutschen gegen die Stimmung in der Parteibasis aus Staatsräson, und um nicht für das Scheitern der Regierung verantwortlich gemacht zu werden, einer fünfprozentigen Kürzung der Beamtengehälter zu. Doch im November 1931 war der Druck aus der Basis, angefeuert von der Agitation der Nationalsozialisten, so hoch, dass der Abgeordnetenklub und die Parteileitung ein Aussteigen aus der Regierung beschlossen, sobald dafür eine „geeignete Form“ gefunden werde. In einer außenpolitischen Resolution wurde der Schwenk angedeutet: Die Zollunion sei durch Frankreich vereitelt worden und nun würden „Franzosenfreunde“ im Land versuchen, eine Änderung der Außenpolitik im Sinne Frankreichs und eine <a href="Restauration_(Geschichte)" title="Restauration (Geschichte)">Restauration</a> der <a href="Habsburger" class="mw-redirect" title="Habsburger">Habsburger</a> über den Weg einer <a href="Donauf%C3%B6deration" title="Donauföderation">Donaukonföderation</a> herbeizuführen. Solche „undeutsche Politik“ würde den „völligen Untergang des wertvollen deutschösterreichischen Stammes in völkischer und wirtschaftlicher Beziehung“ bedeuten. Nachdem bei einem außerordentlichen Parteitag im Dezember 1931 der Ausstieg bereits angedroht wurde, schieden die Großdeutschen am 27. Jänner 1932 tatsächlich aus der Regierung, die daraufhin demissionierte.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Opposition_und_Ende">Opposition und Ende</h3></div>
<p>Bei den Landtagswahlen am 24. April 1932 in Wien, <a href="Nieder%C3%B6sterreich" title="Niederösterreich">Niederösterreich</a> und Salzburg sowie am 6. November 1932 in <a href="Vorarlberg" title="Vorarlberg">Vorarlberg</a> verloren die Großdeutschen fast ihre gesamte Wählerschaft und versanken in der politischen Bedeutungslosigkeit. Der Gang in die Opposition und die Agitation gegen die <a href="Lausanner_Anleihe" title="Lausanner Anleihe">Lausanner Anleihe</a> konnten nicht verhindern, dass ehemalige GDVP-Wähler weitgehend zur NSDAP wechselten. Der NSDAP gelang es mit radikaler Rhetorik und dem Appell an das „nationale Ehrgefühl“, die unterschiedlichen deutschnationalen Interessengruppen zu vereinen.<sup id="cite_ref-Kloesch91_1-2" class="reference"><a href="#cite_note-Kloesch91-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Wahlniederlagen ließen Zweifel an der Richtigkeit des Regierungsaustritts laut werden und die Frage des Wiedereintritts in eine Regierung wurde zur Diskussion gestellt. Eine Einladung zur Regierungsbeteiligung unter <a href="Engelbert_Dollfu%C3%9F" title="Engelbert Dollfuß">Engelbert Dollfuß</a> scheiterte jedoch am großdeutschen Forderungskatalog mit im außenpolitischen Bereich unerfüllbaren Forderungen. Die Lausanner Anleihe wurde zur Schicksalsfrage hochstilisiert, die Annahme der mit ihr verknüpften Bedingungen zum Verrat an der „bedingungslosen Schicksalsgemeinschaft mit den Volksgenossen im Deutschen Reich“ erklärt. Parteiintern war die Ablehnung nicht so einhellig wie nach außen dargestellt, jedoch drohten einige prominente Abgeordneten der Partei mit ihrem Austritt aus dem Parlamentsklub, falls doch ein Eintritt in die Regierung beschlossen würde. Daher blieb man in der Opposition, doch traten deutliche Bruchlinien in der Partei zutage. Wirtschaftsvertreter bemängelten die reine Ablehnung der Anleihe, ohne Alternativen anzubieten. Sie erinnerten an das staatspolitisch verantwortliche Handeln bei der ebenfalls ungeliebten Genfer Anleihe von 1922.
</p><p>Ab Sommer 1932 wurden angesichts des Abbröckelns der Landesorganisationen und der finanziellen Engpässe existenzielle Fragen laut. Unter der Führung des Wiener Landesparteiobmanns <a href="Emil_van_Tongel" title="Emil van Tongel">Emil van Tongel</a> traten sieben Mitglieder der Wiener und niederösterreichischen Landesparteileitungen zur NSDAP über. Durch eine Reorganisation und Zentralisierung der föderalistischen Strukturen wollte sich die GDVP nun als nationale Sammelbewegung gegenüber der NSDAP behaupten, wagte jedoch keine Versammlungsoffensive, da massive Störaktionen der Nationalsozialisten erwartet wurden. Durch eine enge Verbindung mit der <a href="Deutschnationale_Volkspartei" title="Deutschnationale Volkspartei">Deutschnationalen Volkspartei</a>, von der man finanzielle Förderungen erhielt, wollte man dem Ruin entkommen. Doch bereits Anfang 1933 war klar, dass auf Unterstützung aus Deutschland nicht mehr zu hoffen war. Die steirische und die <a href="Ober%C3%B6sterreich" title="Oberösterreich">oberösterreichische</a> Landesorganisation drängten auf eine Verständigung mit der NSDAP, um im Rahmen einer neuen nationalen Front politisch zu überleben. Angesichts der scheinbar zukunftsträchtigen Vereinigung von <a href="Steirischer_Heimatschutz" title="Steirischer Heimatschutz">Steirischem Heimatschutz</a>, NSDAP, Kärntner Heimwehr und Bund Oberland im April 1933 zur <i>Großdeutschen Front</i> nahm die Parteiführung mit dieser Verhandlungen auf. Am 15. Mai wurde als Ergebnis der Verhandlungen der Zusammenschluss in der <i>Nationalen Kampffront</i> verkündet. Das bedeutete de facto die Selbstaufgabe der Partei, die in dem Abkommen auf die Erhaltung einer selbständigen Organisationsform verzichtete und den Übertritt ihrer Mitglieder zur NSDAP billigte. Auch sollten von der GDVP besetzte politische Funktionen im Sinne der <i>Kampffront</i> verwertet werden dürfen, öffentliche Versammlungen der Partei nur mehr im Rahmen der <i>Kampffront</i> durchgeführt werden. Als politisches Ziel wurden Neuwahlen, der Sieg der <i>Nationalen Kampffront</i> und die Realisierung des Anschlusses angestrebt. Trotz der formalen Selbständigkeit der GDVP in dem Bündnis, wurde die Partei faktisch zu einer Nebenstelle der NSDAP. Als die NSDAP kurz darauf, am 19. Juni 1933 verboten wurde, schöpfte die GDVP Hoffnung, nun als Mittler zwischen der illegalen NSDAP und der <a href="Bundesregierung_Dollfu%C3%9F_I" title="Bundesregierung Dollfuß I">Regierung Dollfuß</a> fungieren zu können und so als ausgleichendes Element einen Regierungsbeitritt der <i>Nationalen Kampffront</i> zu erreichen. Entsprechende Verhandlungen verliefen im Sand, nachdem Dollfuß in <a href="Benito_Mussolini" title="Benito Mussolini">Benito Mussolini</a> einen mächtigen Verbündeten gefunden hatte.
</p><p>Im Herbst 1933 mussten die Großdeutschen jede Hoffnung auf eine Regierungsbeteiligung fahren lassen. Ende März 1934 sah die Parteileitung ein, dass die Partei im kommenden <a href="St%C3%A4ndestaat_(%C3%96sterreich)" title="Ständestaat (Österreich)">ständestaatlichen Österreich</a> keine Rolle mehr zu spielen hatte. Zum letzten Mal trat die Partei bei der Sitzung des Rumpfparlaments am 30. April 1934 in die Öffentlichkeit, als der autoritären <a href="Maiverfassung" title="Maiverfassung">neuen Verfassung</a> durch einen parlamentarischen Akt ein Anstrich von Legalität verpasst werden sollte. Die wenigen anwesenden großdeutschen Abgeordneten versagten jedoch ihre Zustimmung.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im selben Monat wurde die Gründung von unpolitischen Vereinen als Ersatzorganisationen der Partei beschlossen, um nach Inkrafttreten der neuen Verfassung die Grundstrukturen der Partei zu bewahren. In den Bundesländern wurden <i>Volksvereine</i> oder <i>Volksbünde</i> gegründet, die noch bis 1936 fortbestanden, mit der Ausnahme von <a href="K%C3%A4rnten" title="Kärnten">Kärnten</a>, wo sich die Landesorganisation am 30. Dezember 1934 offiziell auflöste. 1936 wurde wegen des Verdachts der <a href="Generaldirektion_f%C3%BCr_die_%C3%B6ffentliche_Sicherheit" title="Generaldirektion für die öffentliche Sicherheit">Generaldirektion für die öffentliche Sicherheit</a>, dass die Vereine lediglich getarnte Parteiorganisationen der großdeutschen Volkspartei seien, von der Regierung ihre Umbenennung und Satzungsänderung verfügt. In der Folge lösten sich die meisten dieser Verein auf, die ohnehin fast nur mehr auf dem Papier existierten. Die meisten ihrer Funktionäre hatten sich bereits 1934 zurückgezogen oder waren wie die ehemalige Wählerschaft zur NSDAP gewechselt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Mitglieder_und_Wähler"><span id="Mitglieder_und_W.C3.A4hler"></span>Mitglieder und Wähler</h2></div>
<table class="sortable" style="font-size:90%;border:0.1px solid #C0C0C0;border-collapse:collapse;float:right;margin-left:0.5em;margin-top:1em;margin-bottom:0.5em"><tbody><tr><th colspan="3" style="background-color:#EAECF0;border-bottom:0.1px solid #C0C0C0;text-align:center;font-weight:bold;padding-top:0.2em;padding-bottom:0.2em">Ungefähre Entwicklung des Mitgliederstands bis 1931</th></tr><tr style="border-bottom:0.1px solid #C0C0C0;line-height:1.8em;font-size:92%"><th style="background-color:rgb(170 170 170 / 0.1);color:var(--color-base, #202122);padding-left:0.5em;border-right:0.1px solid #C0C0C0">Jahr</th><th colspan="2" style="background-color:rgb(170 170 170 / 0.1);color:var(--color-base, #202122)">Mitglieder</th></tr><tr style="border-top:0.1px solid #E6E6E6"><td style="padding-left:0.5em;padding-right:1em;border-right:0.1px solid #C0C0C0">1920 <sup>Anm. 1</sup></td><td style="border-right:0.1px solid #E6E6E6;padding-right:1em"><div style="background-color:#FFAA88;width:83.538904559259px;height:1.2em"></div></td><td style="text-align:right;padding-left:1em;padding-right:1em">42.500</td></tr><tr style="border-top:0.1px solid #E6E6E6"><td style="padding-left:0.5em;padding-right:1em;border-right:0.1px solid #C0C0C0">1921</td><td style="border-right:0.1px solid #E6E6E6;padding-right:1em"><div style="background-color:#FFCC00;width:169.86309447759px;height:1.2em"></div></td><td style="text-align:right;padding-left:1em;padding-right:1em">86.417</td></tr><tr style="border-top:0.1px solid #E6E6E6"><td style="padding-left:0.5em;padding-right:1em;border-right:0.1px solid #C0C0C0">1922</td><td style="border-right:0.1px solid #E6E6E6;padding-right:1em"><div style="background-color:#FFCC00;width:200px;height:1.2em"></div></td><td style="text-align:right;padding-left:1em;padding-right:1em">101.749</td></tr><tr style="border-top:0.1px solid #E6E6E6"><td style="padding-left:0.5em;padding-right:1em;border-right:0.1px solid #C0C0C0">1923</td><td style="border-right:0.1px solid #E6E6E6;padding-right:1em"><div style="background-color:#FFCC00;width:168.47536585126px;height:1.2em"></div></td><td style="text-align:right;padding-left:1em;padding-right:1em">85.711</td></tr><tr style="border-top:0.1px solid #E6E6E6"><td style="padding-left:0.5em;padding-right:1em;border-right:0.1px solid #C0C0C0">1924</td><td style="border-right:0.1px solid #E6E6E6;padding-right:1em"><div style="background-color:#FFCC00;width:161.92198449125px;height:1.2em"></div></td><td style="text-align:right;padding-left:1em;padding-right:1em">82.377</td></tr><tr style="border-top:0.1px solid #E6E6E6"><td style="padding-left:0.5em;padding-right:1em;border-right:0.1px solid #C0C0C0">1925</td><td style="border-right:0.1px solid #E6E6E6;padding-right:1em"><div style="background-color:#FFCC00;width:166.78296592596px;height:1.2em"></div></td><td style="text-align:right;padding-left:1em;padding-right:1em">84.850</td></tr><tr style="border-top:0.1px solid #E6E6E6"><td style="padding-left:0.5em;padding-right:1em;border-right:0.1px solid #C0C0C0">1926</td><td style="border-right:0.1px solid #E6E6E6;padding-right:1em"><div style="background-color:#FFCC00;width:107.11653185781px;height:1.2em"></div></td><td style="text-align:right;padding-left:1em;padding-right:1em">54.495</td></tr><tr style="border-top:0.1px solid #E6E6E6"><td style="padding-left:0.5em;padding-right:1em;border-right:0.1px solid #C0C0C0">1927</td><td style="border-right:0.1px solid #E6E6E6;padding-right:1em"><div style="background-color:#FFCC00;width:92.244641224975px;height:1.2em"></div></td><td style="text-align:right;padding-left:1em;padding-right:1em">46.929</td></tr><tr style="border-top:0.1px solid #E6E6E6"><td style="padding-left:0.5em;padding-right:1em;border-right:0.1px solid #C0C0C0">1928</td><td style="border-right:0.1px solid #E6E6E6;padding-right:1em"><div style="background-color:#FFCC00;width:112.15835045062px;height:1.2em"></div></td><td style="text-align:right;padding-left:1em;padding-right:1em">57.060</td></tr><tr style="border-top:0.1px solid #E6E6E6"><td style="padding-left:0.5em;padding-right:1em;border-right:0.1px solid #C0C0C0">1929</td><td style="border-right:0.1px solid #E6E6E6;padding-right:1em"><div style="background-color:#FFCC00;width:119.04981867144px;height:1.2em"></div></td><td style="text-align:right;padding-left:1em;padding-right:1em">60.566</td></tr><tr style="border-top:0.1px solid #E6E6E6"><td style="padding-left:0.5em;padding-right:1em;border-right:0.1px solid #C0C0C0">1930</td><td style="border-right:0.1px solid #E6E6E6;padding-right:1em"><div style="background-color:#FFCC00;width:128.77374716213px;height:1.2em"></div></td><td style="text-align:right;padding-left:1em;padding-right:1em">65.513</td></tr><tr style="border-top:0.1px solid #E6E6E6"><td style="padding-left:0.5em;padding-right:1em;border-right:0.1px solid #C0C0C0">1931</td><td style="border-right:0.1px solid #E6E6E6;padding-right:1em"><div style="background-color:#FFCC00;width:112.07186311413px;height:1.2em"></div></td><td style="text-align:right;padding-left:1em;padding-right:1em">57.016</td></tr><tr class="sortbottom" style="border-top:0.1px solid #C0C0C0"><td colspan="3" style="height:0.2em"></td></tr><tr class="sortbottom" style="border-top:0.1px solid #C0C0C0"><td colspan="3" style="padding-left:0.5em"><sup>Anm. 1</sup> Für das Jahr 1920 schätzte Kriechbaumer 40.000–45.000<br>Mitglieder, daher wurde hier der Mittelwert eingetragen.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></td></tr></tbody></table>
<p>Als Folge des uneinheitlichen Milieus und der Fragmentierung des deutschnationalen Lagers gelang der GDVP nie eine Massenmobilisierung. Die Träger der Ideologie waren im urbanen und semiurbanen Bereich beheimatete Vertreter eines antiklerikalen Bürgertums. Dabei dominierten Beamte, Lehrer, Gewerbetreibende und Freiberufler gegenüber Angestellten, Handlungsgehilfen und Arbeitern. Speziell in den Landeshauptstädten ergab sich aufgrund des dort bestehenden nationalen Vereinswesens eine Verdichtung des deutschnationalen Milieus; Turnvereine, Sängerbünde, Burschenschaften und Alpenvereine waren wichtige sekundäre Sozialisationsinstanzen.
Der Organisationsgrad der Großdeutschen Volkspartei ist nicht genau quantifizierbar, was unter anderem damit zusammenhängt, dass die Partei auf Bundes- und Landesebene bei der Hälfte der Wahlgänge in <a href="Wahlb%C3%BCndnis" title="Wahlbündnis">Wahlbündnissen</a> antrat. Auf Bundesebene trat die GDVP lediglich 1920 und 1923 eigenständig an. Die GDVP war eine <a href="Honoratiorenpartei" title="Honoratiorenpartei">Honoratiorenpartei</a> und lag im Organisationsgrad zwischen <a href="Politische_Partei#Unterscheidung_nach_dem_Organisationsgrad" title="Politische Partei">Wähler- und Mitgliederpartei</a>.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ihr Mitgliederstand war über die Zeit starken Schwankungen unterworfen. Die regionalen Schwerpunkte lagen in Wien, Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark, in den anderen Bundesländern wies die Partei einen nur geringen Organisationsgrad auf. Rund 45 Prozent aller Parteimitglieder lebten in Wien oder Niederösterreich.
</p><p>Um ihre Wählerschaft zu sichern und zu mobilisieren, wurde die Parteiarbeit professionalisiert und eigene Informationskanäle geschaffen. Im Jahr 1921 beschäftigte die Partei 30 Parteiangestellte, was etwa einem Fünftel des sozialdemokratischen Parteiapparats entsprach. Ab 1924 existierte eine eigene Parteischule für den politischen Nachwuchs. Mit mehreren Zeitungen wurde von den als „verjudet“ angesehenen internationalen Nachrichtendiensten unabhängig Öffentlichkeitsarbeit betrieben, so etwa mit der <i><a href="Deutsch%C3%B6sterreichische_Tages-Zeitung" title="Deutschösterreichische Tages-Zeitung">Deutschösterreichischen Tages-Zeitung</a></i>, den <i><a href="Wiener_Neueste_Nachrichten" title="Wiener Neueste Nachrichten">Wiener Neuesten Nachrichten</a></i>, der <i>Deutschen Zeit</i> und dem <i>Pressemitteilungsdienst</i> als offizielle Parteiorgane sowie acht weiteren parteinahen Tages- bzw. Wochenzeitungen.
</p><p>Bei den Mandataren und in der Parteiführung dominierten Lehrer, Beamte und Wirtschaftstreibende, wobei diese meist auch Mitglieder deutschnationaler <a href="Studentenverbindung" title="Studentenverbindung">Korporationen</a> waren – so kamen alle 14 von der Partei gestellten Minister aus solchen Organisationen. Unter der Parteiobmannschaft des Mittelschulprofessors August Wotawa nahm der Einfluss der Lehrerschaft in der Partei zu, so dass Lehrer 1930 bereits 50 Prozent der großdeutschen Abgeordneten stellten. Die Altersstruktur der Funktionseliten wies auf eine deutliche Überalterung der Partei hin: Der Altersschnitt ihrer Funktionäre lag 1930/31 bei 54 Jahren. Im Kampf um die Jugend war die Partei damit der NSDAP hoffnungslos unterlegen, deren Altersschnitt damals 36 Jahre betrug.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Parteiobmänner"><span id="Parteiobm.C3.A4nner"></span>Parteiobmänner</h2></div>
<ul><li>1920–1924: <a href="Hermann_Kandl" title="Hermann Kandl">Hermann Kandl</a></li>
<li>1924–1930: <a href="August_von_Wotawa" title="August von Wotawa">August Wotawa</a></li>
<li>1930–1931: <a href="Hans_Sch%C3%BCrff" title="Hans Schürff">Hans Schürff</a></li>
<li>1931–1934: <a href="Hermann_Foppa" title="Hermann Foppa">Hermann Foppa</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Robert_Kriechbaumer" title="Robert Kriechbaumer">Robert Kriechbaumer</a>: <i>Die großen Erzählungen der Politik. Politische Kultur und Parteien in Österreich von der Jahrhundertwende bis 1945.</i> Böhlau, Wien/Köln/Weimar 2001, ISBN 3-205-99400-0, S. 120–127, 424–491.</li>
<li>Regina Fritz: <i>Großdeutsche Volkspartei (Österreich).</i> In: <a href="Wolfgang_Benz" title="Wolfgang Benz">Wolfgang Benz</a> (Hrsg.): <i>Handbuch des Antisemitismus.</i> Band 5: <i>Organisationen, Institutionen, Bewegungen.</i> De Gruyter Saur, Berlin 2012, ISBN 978-3-598-24078-2, S. 294–296.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://austria-forum.org/af/AEIOU/Großdeutsche_Volkspartei">Eintrag zu <span style="font-style:italic;">Großdeutsche Volkspartei</span></a> im <a href="Austria-Forum" title="Austria-Forum">Austria-Forum</a>&nbsp;(im AEIOU-<a href="%C3%96sterreich-Lexikon" title="Österreich-Lexikon">Österreich-Lexikon</a>)</li>
<li><i><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.salzburg.com/wiki/index.php/Gro%C3%9Fdeutsche_Volkspartei">Großdeutsche Volkspartei</a>.</i> In: <a href="Salzburger_Nachrichten" title="Salzburger Nachrichten">Salzburger Nachrichten</a>: <i><a href="Salzburgwiki" title="Salzburgwiki">Salzburgwiki</a></i>. – insbesondere zur Salzburger Vorgeschichte</li>
<li><i>Alpenland. Wochenschrift der Großdeutschen Partei für Tirol</i>. Innsbruck, 16. März 1920 (Jg. 1, Nr. 1) – 8. Juni 1934 (Jg. 15, Nr. 23) (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://digital.tessmann.it/tessmannDigital/digitisedJournalsArchive/page/journal/63000/1/20.01.1922/362598/1/">Digitalisat der Südtiroler Landesbibliothek Dr. Friedrich Teßmann</a>)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Belege">Belege</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-Kloesch91-1"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-Kloesch91_1-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Kloesch91_1-1">b</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Kloesch91_1-2">c</a></sup></span> <span class="reference-text">Christian Klösch: <i>Zerrieben zwischen Nationalsozialismus und Austrofaschismus: Landbund und Großdeutsche Volkspartei und das Ende der deutschnationalen Mittelparteien am Beispiel von Franz Winkler und Viktor Mittermann.</i> In: <a href="Florian_Wenninger" title="Florian Wenninger">Florian Wenninger</a>, Lucile Dreidemy (Hrsg.): <i>Das Dollfuß/Schuschnigg-Regime 1933–1938. Vermessung eines Forschungsfeldes.</i> Böhlau, Wien/Köln/Weimar 2013, ISBN 978-3-205-78770-9, S. 87–104, hier S. 91.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Franz_Schausberger" title="Franz Schausberger">Franz Schausberger</a>: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.tagblatt-wienerzeitung.at/meinung/gastkommentare/950854-Deutschnational-waren-sie-irgendwie-alle.html"><i>Deutschnational waren sie irgendwie alle – Die Rolle der österreichischen Parteien vor dem „Anschluss“ 1938.</i></a> In: <i>wienerzeitung.at</i>. 7. März 2018, abgerufen am 3. Dezember 2020.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?apm=0&amp;aid=nwg&amp;datum=19200809&amp;seite=4"><i>Die Gründung der Großdeutschen Volkspartei.</i></a> In:&nbsp;<i>Neues Wiener Tagblatt</i>, 9. August 1920, S.&nbsp;4 (online bei <a href="ANNO_%E2%80%93_AustriaN_Newspapers_Online" title="ANNO – AustriaN Newspapers Online">ANNO</a>).<span style="display:none">Vorlage:ANNO/Wartung/nwg</span></span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Christian Klösch: <i>Zerrieben zwischen Nationalsozialismus und Austrofaschismus: Landbund und Großdeutsche Volkspartei und das Ende der deutschnationalen Mittelparteien am Beispiel von Franz Winkler und Viktor Mittermann.</i> In: Florian Wenninger, Lucile Dreidemy (Hrsg.): <i>Das Dollfuß/Schuschnigg-Regime 1933–1938. Vermessung eines Forschungsfeldes.</i> Böhlau, Wien/Köln/Weimar 2013, ISBN 978-3-205-78770-9, S. 87–104, hier S. 91f.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Robert Kriechbaumer: <cite style="font-style:italic">Die großen Erzählungen der Politik: Politische Kultur und Parteien in Österreich von der Jahrhundertwende bis 1945.</cite> Böhlau-Verlag Graz–Wien–Köln, 2001, ISBN 3-205-99400-0 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?id=yheSqWHjExYC&amp;pg=PA489&amp;q=Mitgliederentwicklung+1921-1931#v=onepage">Die Großdeutsche Volkspartei</a> in der Google-Buchsuche).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Gro%C3%9Fdeutsche+Volkspartei&amp;rft.au=Robert+Kriechbaumer&amp;rft.btitle=Die+gro%C3%9Fen+Erz%C3%A4hlungen+der+Politik%3A+Politische+Kultur+und+Parteien+in+%C3%96sterreich+von+der+Jahrhundertwende+bis+1945.&amp;rft.date=2001&amp;rft.genre=book&amp;rft.isbn=3205994000&amp;rft.pub=B%C3%B6hlau-Verlag+Graz-Wien-K%C3%B6ln" style="display:none">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Paul Weis: <i>Die Großdeutsche Volkspartei – zwischen Mitglieder- und Wählerpartei.</i> In: <i><a href="Zeitgeschichte_(Zeitschrift)" title="Zeitgeschichte (Zeitschrift)">zeitgeschichte</a></i>. 23. Jahrgang, Heft 5, Mai/Juni 1996, S. 161–180, hier S. 178, <a rel="nofollow" class="external text" href="https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=ztg&amp;datum=1996&amp;page=200&amp;size=45">Digitalisat</a> auf <a href="ANNO_%E2%80%93_AustriaN_Newspapers_Online" title="ANNO – AustriaN Newspapers Online">ANNO</a>.</span>
</li>
</ol>
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Normdaten&nbsp;(Körperschaft): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/410560-6">410560-6</a></span> | <a href="Library_of_Congress_Control_Number" title="Library of Congress Control Number">LCCN</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://id.loc.gov/authorities/nr98037218">nr98037218</a></span> | <a href="Virtual_International_Authority_File" title="Virtual International Authority File">VIAF</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://viaf.org/viaf/158733327/">158733327</a></span> </div>
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